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Innungen: Gebäudesanierung darf nicht scheitern
- Vermittlungsausschuss ringt um Steuerförderung
Kurz vor der letzten Verhandlungsrunde am 8. Februar 2012 in Berlin fordert das Baugewerbe den Durchbruch im monatelangen Ringen zwischen Bund und Ländern um die steuerliche Förderung der energetischen Gebäudesanierung.
„Die heutige Modernisierungsquote von nicht einmal einem Prozent im Jahr macht Jedem deutlich, dass die Förderung über verbilligte Darlehen der KfW-Bank nicht ausreicht, die Energiewende zu meistern“ bringt Gerhard Schäfer, Obermeister der Bau-Innung Lippe, es auf den Punkt. Die Innungen kritisiert, dass die Länder zwar die Energiewende gefordert haben, dafür aber nichts zahlen wollen.
„Wir brauchen beides: die KfW-Förderung, vor allem aber steuerliche Anreize, damit die Energiewende gelingen kann“, so Ulrich Althof, Obermeister der Zimmerer-Innung Lippe.
Investoren und Hauseigentümer sind verunsichert. Die Anfragen bei der KfW nach Fördermitteln zur energetischen Sanierung sind 2011 um 60 % zurückgegangen trotz steigender Zahlen bei den genehmigten Bauvorhaben.
Stefan Raabe, Obermeister der Dachdecker-Innung Lippe, führt das auf die Hängepartie im Bundesrat zurück: „Die Leute warten ab, was passiert“. Dabei benötige die Bauwirtschaft zu Jahresbeginn dringend Impulse, der Winter ist da und das Auftragspolster schmilzt ab. 2011 habe man im Hochbau zwar tolle Umsätze geschrieben, „aber es wird übersehen, dass wir gerade einmal die Umsätze vor der Krise des Jahres 2008 erreicht haben“, beschreibt Obermeister Gerhard Schäfer die derzeitige Situation am Bau.
Ohne Steueranreize gerate nicht nur die energetische Sanierung ins Stocken, auch Impulse für mehr Beschäftigung drohten auf der Strecke zu bleiben, begründen die Baufachleute ihren Appell.
Zusätzlich fordern sie die Förderung für den sogenannten „Ersatz-Neubau“. Nicht jeder Altbau lohnt, saniert zu werden. Ist das Hausgrundstück in guter Lage, sind Abriss und Neubau oft wirtschaftlicher als die Sanierung. Hinzu kommt, dass der Zuschnitt neuer Häuser attraktiver ist und einen höheren Wohnwert und höhere Rendite bietet als der sanierte Altbau.
